Das Gelobte Land
Polen 1974, 179 min (dt. Fassung)
Den Auftakt
der Filmreihe bildet einer der berühmtesten Filme Wajdas. Die fesselnde
Verfilmung des gleichnamigen Romans Władysław Reymonts versetzt uns in das
„Manchester des Ostens“, in das pulsierende, von der rasanten
Industrialisierung erfasste Millionenmoloch Lodz. Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts beschließen drei Freunde - ein Pole, ein Jude und ein
Deutscher - alles zu riskieren, um gemeinsam das große Geld zu
machen.
Einführung: Jerzy Mleczak, Polnisch-Lektorat am
Sprachenzentrum der Viadrina
17. Oktober 2001, 20 Uhr,
Europa-Universität, Gr. Hörsaal, Eintritt 4 DM
Die
Hochzeit
Polen 1972, 110 Min.
(dt. Fassung)
Polen am Ende des 19. Jahrhunderts - 100 Jahre nach
der endgültigen Teilung des Landes. Ein adliger Intellektueller heiratet
eine junge Bäuerin, wie es in der Krakauer Künstlerboheme Mode ist.
Während des rauschenden Festes auf dem Bauergut erscheinen den trunkenen
Hochzeitsgästen legendenumwobene Gestalten der polnischen Geschichte, die
ihnen zur Möglichkeit eines nationalen Befreiungskampfes
verhelfen.
Wajdas opulente Verfilmung des Klassikers von
Stanisław Wyspiański ist ein phantastischer Bilderrausch und eine
kritische Momentaufnahme der damaligen polnischen
Gesellschaft.
Einführung: Prof. Bożena Chołuj, Collegium
Polonicum
14. November, 20 Uhr, Europa-Universität, Gr. Hörsaal,
Eintritt 4 DM
Asche und Diamant
Polen 1958, 108 Min (dt. Fassung)
In
eindrucksvollen poetischen schwarz-weiß Bildern hat Wajda den vergessenen,
gescheiterten Helden der polnischen Untergrundarmee (Armia Krajowa) mit
seiner Literaturverfilmung von Jerzy Andrzejewskis gleichnamigem Roman ein
filmisches Denkmal gesetzt. „Asche und Diamant“ mit dem „polnischen James
Dean“ Zbigniew Cybulski in der Hauptrolle wurde zum Kultfilm der
Nachkriegsgeneration.
Einführung: Prof. Karl Schlögel,
Europa-Universität
28. November, 20 Uhr, Europa-Universität, Gr.
Hörsaal, Eintritt 4 DM
Der Mann aus Marmor
Polen 1976, 165 Min. (OmeU)
Agnieszka, eine
junge rebellische Absolventin der Filmhochschule, beginnt Mitte der 70er
Jahre, Nachforschungen über einen ehemaligen „Helden der Arbeit“
anzustellen, der von der kommunistischen Propaganda erst
instrumentalisiert und schließlich fallengelassen wurde. Der Film zeigt
den Versuch einer neuen Generation, sich nach dem Ende des Stalinismus und
der blutigen Niederschlagung der Arbeiterunruhen von 1970 selbstbestimmt
mit der jüngsten Vergangenheit auseinander zusetzen.
Mit diesem
Film begann die Karriere der auch in Deutschland bekannten Schauspielerin
Krystyna Janda.
Einführung: N.N.
5. Dezember 2001, 20
Uhr, Europa-Universität, Gr. Hörsaal, Eintritt 4 DM
Der Mann aus Eisen
Polen 1981, 156 Min. (OmeU)
Vor genau 20
Jahren, am 13. Dezember 1981, wurde in Polen der Kriegszustand verhängt
und die unabhängige Gewerkschaft „Solidarnosc“
verboten.
Anknüpfend an „Der Mann aus Marmor“ erzählt der Film
die Geschichte der polnischen Oppositionsbewegung: von den Arbeiterunruhen
1970 über die Streiks der Werftarbeiter in Danzig bis zur Entstehung der
unabhängigen Gewerkschaft „Solidarnosc“.
Der Mann aus Eisen“,
eine Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm, ist ein hervorragendes
Zeitdokument.
Einführung: Stefani Sonntag, Europa-Fellow am
Collegium Polonicum
12. Dezember 2001, 20 Uhr, Europa-Universität,
Gr. Hörsaal
Die Karwoche
Polen 1995, 94 Min. (OmeU)
Im Mittelpunkt des
Films steht das Verhalten der Polen angesichts der Vernichtung der
jüdischen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten. Das schwierige
polnisch-jüdische Verhältnis wird am Beispiel eines kleinen Angestellten
beleuchtet, dessen Familienidylle aus den Fugen gerät, als er seine
frühere Freundin, eine Jüdin, wiedertrifft und ihr Unterschlupf gewährt.
Der Film provoziert durch den Kontrast zwischen der verharmlosenden
Sichtweise der Hauptfigur und dem brutalen Geschehen im Warschauer
Ghetto.
Einführung: Dr. Barbara Breysach, Collegium
Polonicum
9. Januar 2002, 20 Uhr, Europa-Universität, Gr. Hörsaal,
Eintritt 4 DM
Der Kanal
Polen 1957, 97 Min. (OmeU)
Warschau,
September 1944. Nachdem eine der letzten Stellungen der polnischen
Untergrundarmee (AK) verloren wurde, versucht eine Gruppe von
Widerstandskämpfern verzweifelt, durch das Labyrinth des unterirdischen
Kanalsystems zu fliehen. Mit diesem bewegenden Film über das Schicksal der
AK-Kämpfer durchbrach Wajda ein Tabu im Nachkriegspolen: erstmals werden
der Krieg und der gescheiterte Warschauer Aufstand aus der Perspektive der
polnischen Untergrundkämpfer geschildert.
Der Kanal“ bedeutete
zugleich Wajdas internationalen Durchbruch.
Einführung: Julian
Pänke, Europa-Fellow am Collegium Polonicum
23. Januar 2002,
20 Uhr, Kino Piast, Słubice, Eintritt 5 PLN
Pan Tadeusz
Polen 1999, 157 Min. (OmdtU)
Mit seiner jüngsten
Literaturverfilmung hat sich Andrzej Wajda an das polnische Nationalepos
„Pan Tadeusz“ von Adam Mickiewicz herangewagt, dessen Verse jedes Kind in
der Schule lernt. In farbenfrohen gemäldegleichen Bildern wird die
untergehende polnische Adelsgesellschaft gezeigt, die auf die
Wiedergewinnung der nationalen Unabhängigkeit hofft.
Alles, was
im polnischen Kino Rang und Namen hat, wirkte mit. Der Film wurde von der
Kritik gefeiert und ist mit über 6 Mio. Zuschauern Wajdas bisher größter
kommerzieller Erfolg in Polen.
Einführung: Dr. Małgorzata Trebisz,
Europa-Universität
30. Januar 2002, 20 Uhr, Europa-Universität, Gr.
Hörsaal, Eintritt 5 DM
OmeU - Originalfassung mit englischen
Untertiteln
OmdtU - Originalfassung mit deutschen
Untertiteln
Veranstalter
Unikino, literaria, Slubfurt e.V., Kleines Kino e.V.
Förderer
Kulturbüro der Stadt Frankfurt (Oder),
Europäische Union, AStA, Europa Fellows, Fürstenberger Druck & Verlags
GmbH